Wehrpflicht oder Gesellschaftsjahr?

Grüne diskutieren Zukunft des Gesellschaftsjahres: Zwischen Wehrpflicht und Freiwilligendienst

Elsenfeld, 23. Februar 2026 – Auf Einladung unseres Bürgermeisterkandidaten Nico Zöller und des Grünen Kreisverbands Miltenberg diskutierten Vertreter:innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Jugendverbänden über die Zukunft des Gesellschaftsjahres. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob und wie ein modernes Dienstjahr gestaltet sein muss, welche Rolle die Bundeswehr dabei spielen könnte und wie junge Menschen für ein Engagement in sozialen oder sicherheitspolitischen Bereichen gewonnen werden können. Landratskandidat Peter Weis moderierte die Diskussionsrunde mit gezielten Fragen durch den Abend.

An der Podiumsdiskussion nahmen unter anderem Kerstin Celina, Landtagsabgeordnete der Grünen, Quentin Gärtner, ehemaliger Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Nico Zöller, Bürgermeisterkandidat der Grünen in Elsenfeld, sowie drei Bundesfreiwilligendienstleistende teil.

Kreisratsmitglied Werner Billmaier, ehemaliger Zivildienstleistender und heute Rettungsassistent, berichtete von seinen Erfahrungen und betonte die wichtige Bedeutung eines „Reinschnupperns“ in gesellschaftlich relevante Berufe. „Eine angemessene Bezahlung für die erbrachten Leistungen ist dabei wichtig“, so Billmaier.

Die Diskussion offenbarte unterschiedliche Perspektiven: Während Quentin Gärtner angesichts globaler Herausforderungen wie der Politik von Donald Trump und Wladimir Putin eine Wehrpflicht nicht grundsätzlich ausschloss, forderte er gleichzeitig „entsprechende Angebote, Räume und finanzielle Mittel“, um junge Menschen zu unterstützen. Kerstin Celina hingegen sprach sich klar gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht aus. „Eine solche Maßnahme ist weder gerechtfertigt noch zielführend“, erklärte sie. Stattdessen plädierte sie für ein „Recht auf Freiwilligendienst“ und eine stärkere Differenzierung der Einsatzbereiche im Bundesfreiwilligendienst (BFD). „Die Bundeswehr kann ein guter Arbeitgeber sein – und sie bewegt sich auf demokratischem Boden und muss eine zeitgemäße Ausstattung bieten“, ergänzte Celina. Einig waren sich alle, dass In den nächsten Jahren die notwendigen Voraussetzungen für eine wehrfähige Gesellschaft geschaffen werden müssen.

Die anwesenden Bundesfreiwilligendienstleistenden Clara Arnold, Heidi Sickenberger und Charlotte Krause berichteten von ihren positiven Erfahrungen im Rettungsdienst und der Krebsdiakonie. Nico Zöller, der selbst ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Ausland absolviert hat, empfahl jungen Menschen ein solches Engagement: „Es hilft nicht nur bei der Berufsfindung, sondern prägt auch den weiteren Lebensweg.“

Ein zentrales Thema war die finanzielle Absicherung junger Menschen. „Die Leistungen der jungen Generation, die sich für einen Wehrdienst entscheiden müssen sich lohnen“, betonten die Diskussionsteilnehmer.

Zum Schluss wurde noch über einen „Gesellschaftsjahr-Bonus“ von 20.000 Euro für alle 18-Jährigen diskutiert. Hier waren sich aber alle einig, dass man besser in eine ordentliche Bezahlung und ein gerechteres Bildungssystem investiert.

Ulrich Weis, Sprecher des Grünen-Ortsverbands Elsenfeld, resümiert: „Die Diskussion hat gezeigt, dass wir dringend einen gesellschaftlichen Konsens brauchen: Wie wollen wir junge Menschen fördern, wenn wir so viel von Ihnen fordern – welche Perspektiven können wir bieten? Ein moderner Freiwilligendienst, der Wahlmöglichkeiten und faire Bezahlung bietet, ist dabei ein wichtiger Baustein. Eine Rückkehr nur zur reinen Wehrpflicht wäre hingegen der falsche Weg. Das eine Demokratie auch wehrfähig sein muss, das wurde bei allen Teilnehmern deutlich.“

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