Einige zukunftsweisende Projekte stehen in den nächsten Jahren in Elsenfeld an. Wir möchten Sie mitnehmen, zu einigen Projekten, die wir als besonders interessant und zukunftsweisend ansehen.
Am Sonntag, den 8. Februar gingen wir mit einer Gruppe, bestehend aus interessierten Bürgerinnen und Listenkandidatinnen „Quer durch Elsenfeld“ um diese Orte unter „grünen Gesichtspunkten“ zu betrachten.
Um 14 Uhr starteten wir es an der Ecke Rücker Str. – Robert-Hoffmann-Str. zunächst ging es über den Farradweg an den Erdbeeräckern vorbei Richtung Schulcampus. Auf den Erdbeeräckern sollte ursprünglich ein Neubaugebiet entwickelt werden. Das sehen wir skeptisch, zumal es in Elsenfeld noch ca. 250 freie Bauplätze gibt, die in privater Hand sind und dem Markt nicht zur Verfügung stehen.
Daher stellten wir 2020 mit der Rot/Grünen fraktion den Antrag: „Bauleitplanung bzw. Erschließung neuer Baugebiete nur nach Zwischenerwerb der betroffenen Grundstücke durch den Markt Elsenfeld.“ Dieser wurde einstimmig angenommen. Ein Versuch der Verwaltung einen kleinen Teil der Erdbeeräcker zu erwerben und als Baugebiet zu erschließen, scheiterte da die Grundstückseigentümer, trotz zukünftigem Vorkaufsrecht einiger erschlossener Bauplätze, nicht bereit waren diesen Weg mitzugehen.
Weiter ging es am Fahrradweg entlang zum Ende des strassenbegleideten Fahrradwegs. Hier müssen Benutzer*innen des Radweges aus Richtung Rück über das enge und unübersichtliche Ende des Fahrradweges auf die Straße fahren. Dabei ist die Sicht oftmals auch noch durch parkende Fahrzeuge behindert.
Der nächste Stop war an den farbig markierten Querungshilfen in der Rücker Strasse. Hier hatten wir im vergangenen Jahr schon auf die Gefahren für Fußgänger beim Überqueren der Straße aufmerksam gemacht (siehe Beitrag). Leider wurde unser Antrag auf Errichtung eines Zebrastreifens abgelehnt.
Schulcampus
Neuer Schulcampus fertiggestellt – Bündnis 90/Die Grünen kritisieren Verkehrskonzept als unzureichend
Etwas trostlos sieht die Umgebung am Schulkampus aus. Bleibt zu hoffen, dass die Bäume schnell wachsen. Nach Abschluss der Bauarbeiten ist der neue Schulcampus, bestehend aus Mittelschule, Grundschule, Sporthalle und Mensa, nun vollständig nutzbar. Während der Schulzeiten bleibt das Gelände autofrei und wird durch versenkbare Poller abgegrenzt. Allerdings sieht die örtliche Gliederung von Bündnis 90/Die Grünen erhebliche Mängel im Verkehrskonzept, insbesondere im Bereich des Hol- und Bringverkehrs sowie der Wegeführung für Fußgänger und Radfahrer.

„Die Umsetzung des Campus ist ein wichtiger Schritt für moderne Bildungseinrichtungen, doch die Verkehrsplanung lässt an entscheidenden Stellen zu wünschen übrig“, erklärt Annette Weis. „Aktuell besteht die Gefahr, dass sich E-Scooter-Fahrer, Radfahrer und Fußgänger gefährlich in die Quere kommen. Zudem sind die quer zur Fahrbahn angelegten Parkplätze in der Schulstraße eine potenzielle Gefahrenstelle für andere Verkehrsteilnehmer.“ Die Schulstraße dient nicht nur als Hauptzubringer zum Campus, sondern auch als wichtige Route für Radfahrer und Fußgänger zum weiter entfernten Schulzentrum.
Um kurzfristig Abhilfe zu schaffen, schlagen die Grünen die Einrichtung eines Pop-up-Radwegs vor. Längerfristig müsse jedoch eine durchgängige Fahrradstraße vom Mühlweg über die Schulstraße und den Forstweg bis zur Fußgängerbrücke über die Umgehungsstraße realisiert werden. „Hier braucht es eine klare Priorisierung des Rad- und Fußverkehrs, um die Sicherheit aller Nutzer zu gewährleisten“, erklärte der Bürgermeisterkandidat Nico Zöller weiter. Die Grünen fordern die Verwaltung des Marktes Elsenfeld auf, die Planungen zügig anzupassen und die notwendigen Maßnahmen umzusetzen.


Märktezentrum

Im Märktezentrum haben es Radfahrer*innen schwer eine sichere Durchwegung zu finden. Es ist alles auf den Autoverkehr ausgelegt. Kritisiert wurde auch, dass hier nur eingeschossige Zweckbauten errichtet wurden. So wurden viele Optionen vergeben. Sollte es einmal zu einer Neuordnung des älteren, südlichen Teils kommen, dürfen diese Fehler nicht wiederholt werden.
Bebauung am ehemaligen Shellkreisel
(ehemals Elsavahöfe)
Grüne fordern sozial durchmischtes Wohnkonzept auf ehemaligem Shell-Gelände – bezahlbarer Wohnraum für alle Generationen

Wir Elsenfelder Grüne stellen uns ein Konzept für die Bebauung des ehemaligen Shell-Geländes vor, das bezahlbaren Wohnraum für Familien, Singles und Senioren schaffen soll. Im Mittelpunkt steht eine ausgewogene Durchmischung der Bewohnergruppen, um soziale Isolation zu vermeiden und lebendige Nachbarschaften zu fördern. Ein besonderer Fokus liegt auf seniorengerechten Wohnungen sowie auf Wohnraum, der durch das Einkommens-Orientierte-Förderprogramm (EOF) bezuschusst wird.
„Wir brauchen keine reinen Seniorenwohnanlagen, sondern Quartiere, in denen Jung und Alt zusammenleben“, betont Werner Billmaier, Sprecher der Grünen-Fraktion für im Marktgemeinderat. „Das ehemalige Shell-Gelände bietet die Chance, ein modernes Wohnviertel zu schaffen, das Vielfalt und Solidarität lebt. Bezahlbarer Wohnraum darf kein Luxus sein – er muss für alle Generationen zugänglich sein.“
Das Konzept sieht vor, dass mindestens 30 Prozent der Wohnungen als EOF-geförderter Wohnraum ausgewiesen werden, um einkommensschwachen Haushalten den Zugang zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen barrierefreie Wohnungen für Senioren integriert werden, ohne dass diese in separaten Komplexen isoliert werden. Geplant sind zudem Gemeinschaftsflächen, die den Austausch zwischen den Generationen fördern, sowie Grünflächen und Nahversorgungseinrichtungen.
Die Grünen fordern die Verwaltung auf, das Konzept in die weiteren Planungen einzubeziehen und bei der Vergabe der Grundstücke soziale Kriterien zu berücksichtigen. „Dieses Projekt kann ein Leuchtturm für zukunftsweisendes Wohnen werden – wenn wir jetzt die Weichen richtig stellen“, sagte die Markträtin Annette Weis abschließend.
Zum Schluß konnten wir noch in lockerer Runde unsere Eindrücke im Elsavapark austauschen.


hallo, leider ist es für junge Familien unmöglich eine 4-Zimmer Eigentumswohnung in Elsenfeld zu erwerben, da schlichtweg kein Angebot da ist. Jetzt muss mein Sohn mit seiner Familie wegziehen, da es in naher Zukunft und auf Dauer mit einem Kleinkind in einer 2-Zimmer Wohnung schlichtweg zu eng wird. Die junge Familie würde gerne weiterhin in Elsenfeld wohnen bleiben und suchen bereits seit über 2 Jahren!
Wir wohnen auch in Elsenfeld und helfen teilweise bei der Kinderbetreuung, da beide Elternteile arbeiten. Was auch nicht mehr gut möglich ist, wenn das Enkelkind weiter weg wohnt. Wir arbeiten auch noch. Warum wird in Elsenfeld kein Wohnraum für junge Menschen geschaffen? Es will auch nicht jeder ein altes Haus renovieren oder bauen. Irgendwann werden dann wahrscheinlich auch nur noch wenig Kinder den beach park besuchen. Weil es einfach zu wenig Wohnraum für Kinder gibt. Ist das das erklärte Ziel für die Zukunft von Elsenfeld? eine überalterte Gesellschaft und Leerstand von alten renovierungsbedürftigen Häusern, welche keiner renovieren will?
Hallo Frau Hartebrodt, vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Genau dieses Problem haben wir in der Vergangenheit auch schon des Öfteren angesprochen. Uns ist es eine Herzensangelegenheit, dass auf dem ehemaligen Shell-Gelände bezahlbarer Wohnraum vor allem auch für Familien entsteht. Dies war bei der ersten Planung auch so vorgesehen, leider kam es aus verschiedenen Gründen nicht zu dem gewünschten Ergebnis.
Der jetzige Projektentwickler hat sich mehr auf Seniorengerechtes Wohnen und Ähnliches spezialisiert. Wir setzen uns auf jeden Fall auch weiterhin dafür ein, dass auf diesem Geländer bezahlbare, wenn möglichst zum Teil auch geförderte, Wohnungen für Familien entstehen.
Sehr geehrter Herr Biller, vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Demnach entnehme ich dass es wohl an Beschlüssen im Gemeinderat liegt, Grundstücke oder ein Bebauungsgebiet in Elsenfeld zur Bebauung von u.a. Mehrfamilienhäusern zur Verfügung zu stellen. Für Bauträger müssen diese lukrativ sein, damit junge Familien eine Möglichkeit zum Erwerb von Eigentum haben. 250 unbebaute Grundstücke in Elsenfeld in privater Hand! Ein Bauträger baut nicht auf einem teuren privaten Grundstück, da die Wohnungen dann derart viel kosten würden, so dass sich diese dann keine junge Familie mehr leisten kann. Junge Familien werden hier seit Jahren im Stich gelassen!
mfG